Das Schloss Allner, gelegen an der südlichen Flanke des Nutscheid-Höhenzugs in Hennef, Nordrhein-Westfalen, ist ein faszinierendes Ziel für Geschichts- und Architekturliebhaber. Diese Burg aus dem 15. Jahrhundert thront am nördlichen Ufer der Sieg und nordöstlich des ruhigen Allner Sees. Mit seiner reichen Geschichte und architektonischen Pracht lädt es Besucher ein, in die Vergangenheit einzutauchen und seine bewegte Geschichte zu erkunden.
Ursprünglich von einem Wassergraben umgeben, ist Schloss Allner ein vierstöckiges Herrenhaus in Kreuzform, das die architektonische Genialität des mittleren 17. Jahrhunderts widerspiegelt. Die Fassade des Schlosses ist mit rechteckigen Türmen an jeder Ecke und einem zentralen Laternen-Dach geschmückt. Der Haupteingang, mit seiner kaiserlichen Treppe aus dem 18. Jahrhundert und Balustraden aus Trachyt, deutet auf die Pracht im Inneren hin. Besucher werden von der originalen rundbogigen Tür empfangen, flankiert von Sandsteinwappen mit dem Wappen der Familie Merode, ein Hinweis auf die adelige Abstammung des Schlosses.
Im großen Saal sorgen zwei majestätische Kamine, verziert mit dem Wappen der Familie Scheiffart, für eine königliche Atmosphäre. Eine Steintreppe mit einem kunstvoll geschnitzten Eichenhandlauf führt zur Kapelle im zweiten Stock, einem ruhigen Raum, der einst von den Gebeten seiner Bewohner erfüllt war. Im Keller befindet sich eine Küche und ein Weinkeller, komplett mit Holzvertäfelungen und Wandschränken aus dem 18. Jahrhundert und einer niedrigen Gewölbedecke, die die Besucher in eine vergangene Zeit versetzt.
Erkundung des Schlossgeländes
Hinter der Eingangstür des Herrenhauses liegt ein barockes Tor mit dem Wappen der Familie Merkelsbach und Halterungen für eine schmale Zugbrücke. Im Westen befinden sich zwei lange Steingebäude mit Treppengiebeln aus dem 16. Jahrhundert, die einst als Unterkünfte für Bedienstete und Ställe dienten. Ein drittes Gebäude, im 17. Jahrhundert auf der Nordseite des Schlosses errichtet, war die Residenz des Försters.
Auf den tiefer gelegenen Flächen in der Nähe des Flusses steht ein dreistöckiger achteckiger Turm aus dem Jahr 1550 stolz auf der 10 Meter hohen Quadersteinmauer. Innerhalb der Mauer, nördlich des Turms, befindet sich ein glaskuppeltes Gartenhaus aus dem 17. Jahrhundert, ein friedlicher Rückzugsort inmitten der üppigen Umgebung des Schlosses. Das Haupttor des Schlosses, mit seinem roten Sandsteinbogen und dem Schlussstein in Form eines Löwenkopfes, ist mit einem Hochzeitswappen geschmückt, das die Vereinigung von Bertram Scheiffart von Merode und Lucie von Hatzfeldt im Jahr 1643 feiert. Ein weiteres Hochzeitswappen auf der nordwestlichen Mauer erinnert an die Hochzeit von Johann Wallraff Scheiffart von Merode und Maria Anna von Harff im Jahr 1668.
Das Schloss befindet sich im Privatbesitz und kann lediglich von außen besichtigt werden.