Stiller Wächter über das Wisserland
Hoch über dem Siegtal und dem Brölbachtal steht das Bucher Kreuz – ein schlichtes, und doch kraftvolles steinernes Symbol.
Inschrift: A 1627 – H (oder II) MAR
Deutung: Im Jahre 1627 – 2. März (Martius), sofern man sich entschließt, den Buchstaben H als römische II zu lesen (der H-Querstrich ist nicht eindeutig)
Um dieses, auch als „Tubakskreuz“ bekannte Basaltkreuz, ranken sich drei Legenden:
Legende 1: Zwei Brüder – Holzfuhrleute – gerieten in heftigen Streit um einen Tabaksbeutel, so dass sie zu ihren Äxten griffen
und aufeinander losgingen. Einer von ihnen wurde an Hals und Schulter getroffen. Obwohl schwer verletzt, konnte er mit einem
Axthieb noch seinem Bruder den Schädel spalten, ehe er in den Armen eines herbeieilenden Köhlers verblutete. Das Geschehen
könnte sich am 2. März 1627 ereignet haben.
Legende 2: Der Standort des Kreuzes befindet sich im Buchenwald mit der Flurbezeichnung „Heisterholz“. Die Stelle wird in der Zeit
der Hexenverfolgung in den Prozessakten häufiger „Hexentanzplatz“ genannt. Der in dieser Zeit in Wissen tätige Pfarrer Bernardus Eversheim, Gegner der Hexenverfolgung, soll veranlasst haben, hier ein „Sühnekreuz“ für die vielen unschuldigen Opfer aufzustellen.
Legende 3: Eine damals in der Region bekannte Räuberbande – „Die Ottobande“ – hatte einen Kaufmannswagen überfallen, einen
der Begleiter erschossen und mehrere andere verletzt. Das jüngste Bandenmitglied, ein unehelicher Halbbruder des residierenden
Grafen, soll ebenfalls verletzt worden sein. Nach seiner Heilung und Abkehr von der Bande habe er an der Stelle des Geschehens
das Kreuz errichtet.
Das aus Basalt gehauene Kreuz steht also an einem Ort voller Geschichte. Um es zu erreichen, wandert man von Wissen oder von Katzwinkel (Sieg) über den Höhenrücken, die Alte Poststraße. Auch von Oberhövels aus kann man zum Kreuz wandern.