In einem erschreckenden Ausmaß wurden in den beiden deutschen Nachkriegsstaaten die nach den Verwüstungen der NS-Zeit noch erhalten gebliebenen baulichen Überreste der jüdischen Geschichte zerstört. Die Gründe dafür reichen von nicht entschuldbarer Gedankenlosigkeit, Respektlosigkeit gegenüber den Ermordeten und Vertriebenen bis zu offenem Antisemitismus.
Peter Seibert beschreibt diesen Umgang mit dem deutsch-jüdischen Kulturerbe – ein Umgang, der zugleich die Erinnerung an das Leben der Juden in Deutschland wie an die Verbrechen an ihnen demontiert.
Der Referent, Peter Seibert, ist Emeritus für Mediengeschichte der Literatur an der Universität Kassel und war Professor für Sozialgeschichte der Literatur an der Universität Siegen. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Demontage der Erinnerung. Der Umgang mit dem jüdischen Kulturerbe nach 1945“. Seibert lebt in Bonn.