Gedenkstunde anlässlich des 84. Jahrestages der Novemberprogrome von 1938

In 83 Tagen

Auf einen Blick

Gedenkstunde anlässlich des 84. Jahrestages der Novemberpogrome 1938
In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 wurden in ganz Deutschland – so auch im Gebiet des heutigen Rhein-Sieg-Kreises – Synagogen durch Angehörige von SS und SA zerstört und in Brand gesteckt, die Wohnungen und Geschäfte jüdischer Bürger mit öffentlicher Billigung geplündert und viele jüdische Bürger misshandelt oder willkürlich verhaftet. Die Bilanz des Pogroms war erschreckend: Über tausend Synagogen wurden durch Feuer und Vandalismus vernichtet, mindestens 8.000 jüdische Geschäfte zerstört sowie zahllose Wohnungen verwüstet. Ungefähr 100 jüdische Bürger waren erschlagen, niedergestochen oder zu Tode geprügelt worden. Diese Ausschreitungen gegen Juden waren bis dahin der Höhepunkt eines staatlichen, nicht nur tolerierten, sondern aktiv unterstützten Antisemitismus, der mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 seinen Anfang genommen hatte. Die Ereignisse bedeuteten eine Katastrophe für die bürgerliche Existenz und das Bewusstsein vieler jüdischer Bürger. Zur Erinnerung und Mahnung an diese Geschehnisse findet diese Gedenkstunde statt.
Im Zentrum der Veranstaltung steht der Vortrag „Der arme Dr. Dussel, Anne Franks Zimmernachbar“. Eine Lesung aus dem Tagebuch der Anne Frank und weiteren Quellen. Im März 1945 starb im Konzentrationslager Bergen-Belsen, wenige Wochen vor der Befreiung des Lagers durch britische Truppen, die damals 15-jährige Anne Frank. Vom Juli 1942 bis zur Verhaftung ihrer Eltern, ihrer selbst und ihrer Schwester sowie vier weiterer jüdischer Menschen am 4. August 1944, die im Achterhuis des Geschäftshauses Prinsengracht 263 in Amsterdam im Verborgenen lebten, hielt Anne ihre Gedanken und Erlebnisse in Ihren in Niederländisch geschriebenen Briefen an ihre fiktive Freundin Kitty fest. Unter dem im S. Fischer Verlag erschienenen Titel „Anne Frank Tagebuch“, dessen von ihrem Vater Otto H. Frank bearbeitete Fassung Mirjam Pressler ins Deutsche übersetzte, ist es weltberühmt geworden. In jeden dritten ihrer beinahe 200 Briefeintragungen äußert sich Anne recht spöttisch über den ihr Zimmer teilenden damals 53-jährigen Gießener Zahnarzt Dr. Fritz Pfeffer, den sie bewusst Dr. Dussel nennt. Ihrem schwierigen Miteinander ist die vom „Anne Frank-Fonds“ in Basel als „äußerst interessantes Stück“ bezeichnete Lesung gewidmet. In ihr verkörpern Alois Schäfer Annes Zimmernachbarn Dr. Pfeffer und die junge Schauspielerin Vanessa Stoll die Briefautorin Anne Frank. Der ehemalige Leiter von Stadtarchiv und Stadthistorischer Bibliothek Bonn, Dr. Manfred van Rey, übernimmt in der von ihm erarbeiteten Lesung in Prolog und Epilog die historische Einordnung.
Den genauen Ablauf der Veranstaltung entnehmen Sie bitte der Presse. Mitglieder des Fördervereins Gedenkstätte Landjuden an der Sieg e. V. erhalten eine gesonderte Einladung.
 

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51570 Windeck
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Webseite: www.rhein-sieg-kreis.de

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